STAPS-Leistungsdiagnostik

Ich habe mir schon öfters überlegt eine Leistungsdiagnostik zu machen. Ich wollte endlich mein Training vernünftig gestalten können.  Aufgrund von Empfehlungen habe ich mich für STAPS entschieden und mir dort die Diagnostik für das Rennrad “Granfondo RED” ausgesucht.

Die verschiedenen Möglichkeiten sind auf der Homepage von STAPS gut gegenübergestellt.

Nun war es im Dezember endlich so weit ☺. Ich hatte einen Termin bei STAPS in Hamburg.

Ich war schon etwas nervös, als ich nach Hamburg gefahren bin. Mir ging es die Tage vorher nicht so gut. Ich war etwas erkältet und hatte etwas Stress, deswegen dachte ich, das kann nur schief gehen ;)….

STAPS – Jetzt geht es los

Wir mussten noch kurz warten, anstatt eines Kaffees zur Begrüßung (den ich sonst getrunken hätte), gab es nur ein Glas Wasser, da wir vor dem Test keinen Kaffee trinken durften, um den Test nicht zu verfälschen. Wir quatschen kurz und dann konnte es losgehen.

Björn Geesmann nahm uns in Empfang und erklärte uns was wir jetzt schönes machen würden. ☺

Zur Vorbereitung mussten wir nun erst einmal auf die Waage (die Waagen dort Lügen definitiv, um das einmal vorwegzunehmen 😉 ). Danach ging es aufs Fahrrad, um uns warm zu fahren..

Auf zum Sprint

Nach einer kurzen Pause wurde uns vor dem ersten Test Blut aus dem Ohr abgezapft – Nur ein kleiner Pieks. Der Widerstand auf dem Rad wurde je nach Gewicht eingestellt und dann hieß es 15 Sekunden so schnell und stark treten und ziehen wie es nur geht. Ihr wisst gar nicht wie anstrengend 15 Sekunden sein können ;). Björn feuerte uns dabei aber wirklich gut an.

Es wurde noch auf dem Fahrrad ein weiterer Tropfen Blut abgezapft, bevor wir absteigen und uns hinsetzen konnten. Jetzt wurden, in bestimmten zeitlichen Abständen, weitere Tropfen Blut aus dem Ohr genommen. Als alle Proben gesammelt waren, gingen diese in eine Maschine die den Laktatwert im Blut bestimmt.

Staps - Leistungsdiagnostik

Jetzt geht’s an den Speck

Während die Maschine die Laktatwerte analysierte, wurde unser Körperfettanteil ermittelt. Schon komisch wenn jemand an 10 Stellen des Körpers in die Fettpölsterchen kneift 😀 aber das Ergebnis sollten wir erst am Ende des Tests bekommen. Nun ging es erst einmal wieder aufs Fahrrad.

Rampentest sag ich nur

Jetzt ging es noch einmal richtig zur Sache, kurz Sprinten ok, das hält man durch aber immer mehr Widerstand zu bekommen, ist da schon eine andere Nummer.

Bevor es aufs Rad ging, bekamen wir einen Brustgurt, um unsere Maximale Herzfrequenz beim Rampentest zu ermitteln.

Wir fuhren erst einmal locker los und wärmten uns wieder auf. Zusätzlich bekamen wir eine Maske aufgesetzt, um bei dem Test  unsere maximale Sauerstoffaufnahme (die VO2max) zu messen.

Alle 30 Sekunden wurde nun der Widerstand erhöht. Ab einem gewissen Punkt brannten meine Beine recht stark. Ich versuchte alle Kraft zu mobilisieren und weiter zu treten aber irgendwann ging es dann einfach nicht mehr. Ich konnte die Trittfrequenz nicht mehr halten.

Schon vorbei

Auch wenn es nur kurze Einheiten auf dem Fahrrad waren, war es doch richtig anstrengend und ich war wirklich total platt, was evtl. auch an der vorherigen Woche lag.

Nun ging es schnell unter die Dusche und dann gab es endlich den lang ersehnten Kaffee. ☺

Die Auswertung:

In gemütlicher Runde bei einem Kaffee, erfolgte zuerst eine Erklärung der wichtigen Begriffe und Inhalte der Leistungsdiagnostik. Es wurden z.B. der anaerobe und aerobe Stoffwechsel erklärt, wie Laktat entsteht und was es macht. Welche Stoffe (Kohlenhydrate, Fette, Laktat) in welcher Form in welcher Trainingszone verarbeitet werden. Björn gestaltete dies absolut anschaulich und einprägend (das Fließband des Stoffwechsels ☺).

Als die Basics geklärt waren, erfolgte die individuelle Betrachtung der Testergebnisse. Im Test Granfondo RED für Radfahrer gab es unter anderem folgende wichtige Werte, die detailliert besprochen wurden:

  • maximale anaerobe Leistung – maximale Laktatbildungsrate
  • maximale aerobe Leistung – maximale Sauerstoffaufnahme
    • Watt  und Watt/kg
    • V02max relativ und absolut
  • Werte zu anaeroben Schwelle
    • Watt und Watt/kg
    • V02max relativ und absolut
    • Herzfrequenz
  • Stoffwechsel-Auswertungen bei konstanten Leistungen
  • Zeitliche Prognosen / Leistungspotential
    • anhand des Aufstieges L´Alpe d´Huez
  • Die Darstellung der Werte in Form eine multifaktoriellen Leistungsanalyse
  • Darstellung des individuellen Energieverbrauches
  • Darstellung der Erholungsfähigkeit / der möglichen Übersäuerung
  • Zu guter Letzt natürlich die Einteilung der Intensitätsbereiche für das Training

Anhand dieser Werte wurden nun mögliche Defizite besprochen und wie eine entsprechende Lösung dazu aussehen könnte.  Bei mir ist z.B. akuter Handlungsbedarf im Bereich des aeroben Stoffwechsels/meiner VO2max um darüber die Wattleistung meiner anaeroben Schwelle zu verbessern.

Staps - Leistungsdiagnostik

Der Trainingsplan

Nach einer Woche erreichte mich eine nette Email von Björn. Der Trainingsplan ist da. Aufgebaut nach unseren zeitlichen Möglichkeiten, was an welchen Tagen an Trainingszeiten möglich ist, wurde ein Training speziell auf die Testergebnisse zugeschnitten. Die Trainingseinheiten im Detail beziehen sich natürlich auf die Radeinheiten. In meinem Fall wurden dann Platzhalter/Empfehlungen für die anderen Disziplinen (Schwimmen/Laufen) eingebaut.

Durch die in der Leistungsdiagnostik erhaltenen Trainingsbereiche gestaltet sich das Radtraining anhand des Trainingsplans nun denkbar einfach. Aktuell im Wintertraining per Rolle klicke ich mir in Zwift einen “Workout “ innerhalb von 2 Minuten nach Björns Vorlage zusammen. Zwift und Bkool (mein Rollentrainer) übernehmen den Rest. Ich muss nur noch treten. 🙂

Das Training erfolgt bei mir nun komplett Watt-basiert. Die Art des Trainings gefällt mir so gut, dass für “draußen” unbedingt ein Wattmesser an das Rad muss .:)

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