Rennradurlaub zum Gardasee Teil 2

Ich habe es endlich geschafft den zweiten Teil über unseren Rennradurlaub fertig zu schreiben :). Ich hab mich wie immer versucht kurz zu halten, es hat leider wie immer nicht geklappt.

Tag 8 – Weiter gehts 🙂 Lindau – Kempten

Das war eine Nacht :D. Die ganze Zeit regnete es wie aus Eimern und irgendwann stand mein Zelt unter Wasser.  Alles war nass, nur meine Iso-Matte war trocken. Erst überlegte ich ins Auto umzuziehen aber naja, ich bin klein – die Iso-Matte groß genug, also einfach alles auf meine Isomatten-Insel stellen und versuchen weiter zu schlafen.

Morgens regnete es immer noch. Der Zeltplatz sah aus wie ein einziges Matschfeld und wir warteten bis mittags um weiter zu fahren. Bei den geplanten 70 Km sollte das auch eigentlich kein Problem werden – wenn da das Wort eigentlich nicht wäre ;)…

Nun hatten wir aber bestes Wetter und auch wieder eine tolle Landschaft und ja, es war einfach schön ;).

Bis etwa 20 Km vor unserem nächsten Campingplatz. Ja, was soll man sagen, die Straße war einfach zu Ende :D. Wir hatten 2 Möglichkeiten:
1. Wieder zurück fahren und einen wahnsinns Umweg in Kauf nehmen
2. Über die Waldwege fahren
Wir entschieden uns natürlich für Tor Nr. 2 – Warum wir sowas immer wieder machen – ICH WEISS ES WIRKLICH NICHT 😀

Knapp 4-5 Km weiter war der Weg nicht mehr ausgeschildert und wir standen mitten im Wald. Daniela sagte nur: “Eigentlich hätten wir über den Bach gemusst aber da war kein Weg”. So langsam (wie sollte es anders sein) dämmerte es allmählich (Hab ich erwähnt, das wir immer noch im Wald standen ?).

Was solls – querfeldein – Räder über den blöden Bach tragen und versuchen irgendwie zur nächsten Straße zu kommen.

Parallel ging es in unserem Familien WhatsApp Chat rund. Wir hatten (weil uns ja immer solche dummen Sachen einfallen) ein Tracking mitlaufen. So konnte unsere ganze Familie verfolgen wo wir gerade waren.

Auszug aus unserem Chat:

Christian: Naja die kommen gerade kaum voran, wird auch dunkel jetzt, werde die vielleicht doch abholen müssen.
Papa: Ist denn viel Verkehr?
Christian: Nö
Papa: Warte mal ab Ehrgeizig sind beide ja
Christian: aber die haben so gut wie keine Beleuchtung
Papa: ja da könntest du recht haben – Die fahren aber auch durch die PAMPA anstatt Bundesstraße…

Ich hatte wirklich Angst, aber so richtig. Aber wir schafften es raus aus dem Wald und dann ging es mit Höchstgeschwindigkeit (das was ging) zum Campingplatz – Wir kamen im Stockdunkeln an, aber wir haben es geschafft…. 😀

Christian hat uns heute ein super süßes Souvenir mitgebracht 🙂 – kleine Rennräder aus Bregenz.

 

Tag 9 – Kempten – Garmisch

Heute ging es also weiter, ohne Regen und ohne Wind sondern – ihr werdet es kaum glauben – mit Sonne 🙂 … Es hieß Kurz/Kurz 🙂 und es wurde hügeliger. 75 wunderschöne Kilometer lagen also vor uns.

Die Sonne hielt leider nicht lange und wir zogen uns wieder einmal wärmer an, gut das wir immer alles dabei hatten. Daniela war da immer sehr gut organisiert, während meine Sachen meistens kreuz und quer irgendwo waren und gesucht werden mussten :D.

Nach etwa 20 Km und schon teilweise 20% Steigung ging es zu Christian nach Nesselwang. Hier gab es ein riesen Stück Bienenstich und einen großen Kaffee :). Danach ging es weiter und zwar ganz schön kalt, immer mehr Klamotten wurden ausgepackt. Dann kam endlich, zum ersten Mal auf unsererer Reise, das Grenzschild nach Österreich bzw. Tirol :). Wir freuten uns mal wieder wie kleine Kinder und mussten erstmal Selfies machen :D…

Jetzt ging es zum Plansee – wirklich ein wunderschöner Bergsee. Hier gab es ein Restaurant in dem wir uns erst einmal aufwärmen konnten und es gab dazu eine Nudelsuppe :).

Wir hatten ja Zeit 😉 waren ja nur noch 17 Km. Der nette Kellner fragte noch ganz interessiert wohin wir wollen und woher wir kommen. Er sagte noch: “Naja, der Weg ist nicht so lang, aber eher für Mountainbikes geeignet”. Ich wollte einen Umweg fahren, Daniela nicht. Also sind wir über die “Mountainbike-Strecke”, eine etwa 10 Km lange Abfahrt über Kies und Schotter, gefahren :(. Naja, wir lernen vielleicht irgendwann mal, dass Umwege unter solchen Umständen eventuell doch schneller gehen 😉 .

Nun fing es auch noch an zu regnen. Wie sollte es auf den letzten 20 Km denn auch anders sein. Irgendwas war ja immer :D. Also auch noch die Regenjacken an und ab zum Campingplatz. Wir kamen aber heute im hellen an aber dafür pitsche patsche nass.

Am Campingplatz-Eingang standen auch schon Christian und Mischa (Ja er ist heute dazu gekommen 🙂 und wurde lieberweise von Christian aus Kempten abgeholt).

Daniela und ich gingen erst einmal duschen und ich föhnte eine halbe Stunde unsere Schuhe damit diese am nächsten Tag wieder einsatzbereit waren.

Wir aßen also noch zusammen und gingen dann schlafen.

 

Tag 10 – Heute fällt alles ins Wasser

Eine harte Nacht lag hinter uns. Es war kalt, es war Nass und die Hauptstraße war genau neben unserem Zeltplatz…. Und wir hatten wohl einen Fuchs im Zelt (lange Geschichte)….

Man konnte schon sehen, dass wird heute wohl nichts. Die Zugspitze konnte man nicht mehr erkennen. Überall Nebel, Wolken und Regen. Laut Wetterbericht schneite es auf dem Berg auf den wir fahren wollten und es war wahnsinnig kalt. Also fiel unsere Radetappe nach Prutz aus.

Wir fuhren dann gemeinsam mit dem Auto zu unserem nächsten Campingplatz. In Prutz gab es leider nicht so viel zu entdecken. Aus diesem Grund ging es mit dem Auto auf einen Berg. Christian wollte unbedingt zu einer Burg die wir aber leider nicht gefunden haben. Wir gingen danach spazieren und aßen super lecker Schokokuchen und Apfelstrudel :).

Ich glaube das absolute Highlight des Abends war die Köchin des Campingplatz-Restaurants. Öffnungszeit ab 18:30, wir waren um 19:00 Uhr da und es wurde uns gesagt – Die Küche ist schon zu…. Also gingen wir ins nächste Restaurant ….

Tag 11 – Prutz nach Meran

Heute ging es also zu dritt weiter und heute war es erst ganz schön kalt (die Nacht waren es 3 Grad). Dies änderte sich aber schnell und ich zog schonmal die erste Lage wieder aus.

Heute standen 60 Km bergauf auf dem Plan – Juhu – Daniela und ich hatten echt Muffensausen :D. Naja, der Reschenpass kam zuerst. Diesen kurbelten wir hoch und hoch und hoch. Die Sonne schien und es ging echt gut :). Mischa wartete immer auf uns und machte Fotos (auch cool mal Fotos von sowas zu haben). Als ich oben angekommen war saß Mischa schon ganz entspannt auf einer Bank und wartete wieder auf uns. Kurz ging es ein kleines Stück bergab, bevor wir hoch zum Reschensee fuhren. Nun ging das Umzieh-Fiasko los :D. Ich habe mich, gefühlt, alle 5 min umgezogen und das Schlimme war, entweder hatte Mischa meine Sachen oder Daniela. Die beiden machten sich nur noch lustig über mich :(. Ich bin an diesem Tag tausend Mal den Hitze und Kältetod gestorben :D…..

Der Reschensee ist wirklich schön. Christian wartete extra bei der versunkenen Kirche auf uns. Doch leider waren wir genau auf der anderen Seite des Sees.

Nun wurde es ekelig, wahnsinnig kalt und windig. Wir hatten großen Hunger. Man lernt ja auch am 11. Tag nicht, dass man genügend Essen mitnehmen sollte ;).

Eine Tankstelle rettete nun also den Tag. SÜßIGKEITEN, Pipi machen und weiter konnte es gehen.

Nach diesem wirklichen Horror-Abschnitt ging es bis dato auf die genialste Abfahrt des Urlaubes. Es war ein Radweg. Weit weg von der Straße, komplett geteert, keine Löcher, nur kleine Wellen und einfach nur Mega…. Je weiter wir runter fuhren umso wärmer wurde es. So konnte man das alles noch mehr genießen als eh schon :).

In Mals trafen wir uns in einem Cafe mit Christian. Es gab, wie könnte es auch anders sein,  Kaffee und Kuchen. Wir verquatschen uns etwas und fuhren viel zu spät wieder los.

Die restliche Strecke war aber, wie auch vorher, ein einziger genialer Radweg mit einem Gefälle zwischen 2 und 5%. Es wurde mal wieder dunkel 🙂 und wer hatte schon wieder kein Licht mit….. ICH…. 😀 Ich war mittlerweile der Gag des Tages weil alles im Auto lag und ich es nur jeden Tag wieder vergessen hatte… Kurz bevor es komplett dunkel war kamen wir aber am Campingplatz an und es lagen noch einmal 120 km hinter uns.

Tag 12 – Meran – Kaltern

Unsere Entlastungsetappe lag heute an und das bedeutete: nicht so früh aufstehen, frühstücken und die Tour umplanen damit wir alle noch einmal Decathlon besuchen konnten k 😉 und Bozen wollten wir auch alle mal sehen. Dann ging es, wie jeden morgen, aufs Rad.

Danielas und auch mein Hintern tat schon so weh. Wir wollten uns am liebsten gar nicht mehr hinsetzen….

Unsere heutige Devise – Reisen statt Rasen – wurde von Daniela und mir durchgezogen und Mischa immer wieder daran erinnert ;).

Die Radwege wurden auch nicht mehr schlechter – kein Kies mehr – Das hab ich wirklich gefeiert :D…. Wenn die Italiener etwas können sind es Radwege…

In Bozen ging es im wahnsinns Verkehrschaos zu Decathlon und von da aus weiter Richtung Kaltern. Wir fuhren bis kurz vor Kaltern den Etschradweg (wirklich nur zu empfehlen).

Dann bogen wir ab und saßen noch in der Kalterner Innenstadt in einem Cafe und zwar das Cafe zum Weißen Rössel – mitten in Italien und überall Österreichische Flaggen 😀 .

Nun ging es die letzte mega Abfahrt hinunter zum See :). Wir hatten noch so viel Zeit – Also beschlossen die Jungs noch eine Runde plantschen zu gehen. Daniela und mir war das zu kalt 😀

Der Campingplatz war der Hammer. Wir saßen abends noch lange im Restaurant, aßen, tranken und tanzten zu Live- Musik. Es war wirklich ein super toller Tag und ein noch besserer Abend :).

Tag 13 – Kaltern – Riva

Kaum zu glauben. Heute Abend werden wir schon am Gardasee sein… 12 Tage lagen schon hinter uns – wie schnell die Zeit vergeht.

Heute ging es mal wieder etwas später los als geplant (könnte an dem Vorabend gelegen haben 😉 ) . Es ging erst einmal wellig Richtung Andalo. Hier war unser verabredeter Treffpunkt mit Christian. Ich hatte die Route auf dem Garmin und konnte so immer sehen wohin wir mussten (eigentlich). Wir standen mal wieder und schauten, welchen Weg wir nehmen dürfen. Durch den Tunnel dürfen keine Radfahrer; die Straße daneben.. Gegenverkehr. Also ging es den einzigen Weg lang der ging. Nach etwa einen Km bergauf bemerkte ich, dass wir falsch waren… Also drehten wir wieder um und beschlossen nach einer halbstündigen Diskussion einfach durch den Tunnel zu fahren. Das hat auch super funktioniert  🙂 . Nun standen wir wieder vor einem Berg. Dieses mal war es aber der richtige.

Dieser Berg war für den Kopf wirklich schlimm. Erst kamen Serpentinen, hier konnte man wieder schön runter zählen und was war dann, eine lange Gerade und danach wieder Serpentinen… Es ging durch kleine Dörfer und es wurde so langsam alles etwas Italienischer. Mischa fuhr wie immer vor und machte zwischendurch Fotos von uns. Weiter ging es immer hoch- hoch – hoch. Im nachhinein würde ich es als schöne Tour bezeichnen. Doch dabei habe ich wirklich sehr viel geflucht :D.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir 3 endlich in Andalo an wo Christian schon auf uns wartete. Hier merkte man nun endlich – Wir sind in Italien angekommen…. Keiner sprach mehr Deutsch oder Englisch :D..

Wir fanden ein süßes Cafe in dem es Sandwiches und zum Nachtisch ein kleines Eis gab :). Danach packten wir uns wieder dick ein und es ging an die Abfahrt. Am Molvenosee gab es noch einen kleinen Stopp um Fotos zu machen. Nun sollte es ja nur noch bergab gehen… Hätte man sich das Höhenprofil mal genauer angeschaut :D.

Es ging erst ein ganzes Stück hoch und nach der nächsten Geraden nur noch bergab … und danach standen wir schon wieder vor einer Steigung. Ich hatte aber auf einmal (komischerweise) wirklich Energie und konnte einfach so rauffahren. Dieses Mal war ich diejenige die von Daniela und Mischa Fotos gemacht hat :)…. Irgendwann waren wir dann ganz oben und konnten bis nach Riva bergab fahren.

Die Aussicht ist kaum zu beschreiben. Besonders wenn man das erste Mal den Gardasee sieht und realisiert, man hat das gepackt. Hier machten wir noch ein paar Fotos und nun ging es die letzten Serpentinen hinunter bis nach Riva.

Die Abfahrt musste ich soo langsam fahren weil hier ganz viele wildgewordene Italiener mit ihren Autos hoch und runter donnerten. Auch das packten wir und konnten den Abend mit einer Pizza in Riva ausklingen lassen :).

Tag 14 – Riva – Desenzano del Garda

Heute ging es endlich zu unserem Zielort – Also: auf zum Urlaub. Die Strecke war nur flach und wir fuhren erst auf der linken Seite des Gardasees.

Die Strecke ist wirklich nicht zu empfehlen. Hier ist so viel Verkehr, man hat die ganze Zeit nur Angst überfahren zu werden.

Aber wir hatten ja unseren Splitchu-Express 😀 (Mischas neues Spitzname)…. Er fuhr also vor, ich und Daniela hinter ihm. So ging das ganz gut. Wir hatten keinen Wind und überholten ein paar andere Fahrer die sich teilweise unserem Expresszug anschlossen :).

Bei Km 35 ging es dann mit der Fähre auf die andere Seite des Sees. Nach weiteren 40 Km Splitchu Express waren wir in Sermione. In Desenzano schloss sich uns Christian an um am Jameica-Beach ein Abschluss-Foto zu machen.

In Sermione ging es schiebend weiter aber, wir waren da :). Ist das zu fassen ? :)…. Wahnsinn.  Der Jameica-Beach war aber mehr als enttäuschend. Dort ist es wirklich alles andere als schön…

Aus diesem Grund haben wir unser Abschlussfoto einfach an anderer Stelle gemacht und sind zurück nach Desenzano gefahren.

Fazit- Rennraddurlaub zum gardasee

Ja,  was soll ich noch sagen…. Es war eine mega Radtour mit meinen Lieblingsmenschen. Es war witzig, manchmal etwas anstrengend und sehr abenteuerlastig :D….

Gerade die erste Woche, alleine mit Daniela, werde ich wohl nicht so schnell vergessen :D…

Ein riesen Dankeschön geht auf jeden Fall an meinen Lieblingsschwager Christian der uns mit dem Auto begleitet hat. Christian hat jeden Tag unsere Zelte aufgebaut, uns ab und zu an der Strecke mit Schokolade versorgt 🙂 und ist jeden Tag einkaufen gefahren. Das war wirklich toll.

Jetzt konnte eine Woche mit Wandern (mit Abenteuer), Sightseeing und Entspannung kommen 🙂

Danke euch Dreien für den schönen Urlaub ….