Rennradurlaub zum Gardasee Teil 1

Rennradurlaub GardaseeWie ich bereits erzählt habe, ging es in diesem Urlaub für mich, meine Schwester, meinen Schwager und meinem Freund zum Gardasee. Ich habe ja schon einiges auf Instagram und Facebook gepostet – hier aber die ganze Geschichte bzw. das was ich noch zusammenbekomme ;)….

Tag 1 – Köln – Boppard

Nachdem wir am Samstag unsere Cousine in der Nähe von Köln besucht haben, ging es am Sonntag mit dem Auto in die Kölner Innenstadt. Es war super Wetter und dementsprechend auch schon recht voll.

Als wir endlich einen Parkplatz gefunden hatten, machten wir schnell die Räder startklar, zogen uns um und gingen gemeinsam zum Kölner Dom.
Hier machten wir ein paar Fotos, kauften uns noch ein Souvenir und dann fuhren Daniela und ich los :)… Die Strecke war toll – immer direkt am Wasser entlang aber wie oben schon gesagt, viel zu viele Menschen ;)… Slalom fahren, etwas Schotter, etwas Matsch – heute war schon alles dabei. Dies sollte wohl der Vorgeschmack auf die nächsten Tage werden ;).

Nach 120 Km sind wir in Boppard auf dem Campingplatz Sonneneck angekommen. Ein wirklich schöner Platz aber nichts für Menschen mit einem leichten Schlaf – Schiffe, Züge, Autos….
Abends gab es dann noch eine kleine Stärkung in Form von Dosen-Raviolis und dann ging es auch schon ins Bett.

 

Tag 2 – Boppard – Worms

Nach einem kleinen Frühstück auf dem Campingplatz ging es direkt wieder in die Radklamotten. Heute standen auch 120 km auf dem Plan- inklusive einer kleinen Fährfahrt über den Rhein.

Es fing wieder super schön an. Überall Weintrauben am Straßenrand, eine tolle Aussicht, es war warm und alles war einfach nur schön. Wir verabredeten uns mit Christian bei einer Burg in St. Goar um einen Kaffee zu trinken. Doch das war uns dann doch zu hoch und wir fuhren weiter in den nächsten Ort :D…

Wir hatten schließlich noch ein paar Kilometer vor uns. Kaffee gab es dann nach etwa 45 km in Bingen am Rhein. Hier war es echt schön, nur das Personal in dem Biergarten könnte etwas freundlicher sein ;)….

Wir hatten Glück. In Bingen war gerade so etwas wie Freimarkt (Kirmes). Hier gab es dann noch eine Bratwurst – dann konnte unsere Reise weitergehen.

Es ging am Rhein weiter, heute mit etwas weniger Slalom fahren aber immer noch abwechselnden Bodenbelag… In den Städten viel Kopfsteinpflaster, dazwischen Kies oder kaputte Straßen. Jedes Mal, wenn wir wieder eine vernünftige Straße unter uns hatten, freuten wir uns tierisch.

Wir waren super in der Zeit und beschlossen bei Km 100, in der kleinen Stadt Nierstein, Pause zu machen. Bei einem Bäcker holten wir uns noch einen Kaffee, setzten uns kurz hin und ließen uns Zeit.

Als es weiterging ahnten wir noch nicht, was jetzt kommen würde :D….Nach ein paar Km kam ein Schild – Fahrrad-Umleitung – sowas hatte ich vorher noch nie gesehen. Wir ahnten, wo die Umleitung lang führen würde und das hieß für uns ein riesen Umweg. Wir beschlossen (so wie wir halt sind), egal wir fahren weiter. Nach weiteren 4-5 Km wussten wir, warum es Sinn gemacht hätte, diese Umleitung zu fahren 😀 …. Überall Matsch, Baustelle, Lehm… Ein Mountainbike wäre nun besser gewesen.

Anstatt unsere Räder einfach zu tragen, schoben wir unsere Räder etwas genervt aber auch sehr belustigt durch den Matsch bis wir Kiesboden unter uns hatten. Nach dem wir aber unsere Räder angeschaut hatten wussten wir, wir können so nicht weiterfahren…. Alles voller Matsch und die Bremsen voller Kies-Lehm-Matsch-Gedöns. Also wurden die Räder erst einmal notdürftig sauber gemacht, bevor es auf dem Kiesweg weiter ging.

Es wurde mit der Zeit etwas eng. Als wir endlich wieder eine vernünftige Straße unter uns hatten beschlossen wir  die Hauptstraßen weiter zu fahren, um nicht wieder Gefahr zu laufen in den Matsch zu geraten :D.

Nach ein paar Minuten sagt Daniela: “guck mal” und zeigte auf eine Schild – Wir waren auf der Fahrrad-Umleitung :D. Nun hieß es Gas geben, schnell zur Fähre. Wir schafften es gerade so, bis die Fähre losfuhr. Der Kartenverkäufer schaute sich unsere Räder an und sagte nur: “Na, seid ihr Cross gefahren? Das sind aber die falschen Räder dafür” :D….

Jetzt dämmerte es so langsam und wir mussten uns die letzten 15 Km wirklich beeilen. Am Campingplatz in Biblis angekommen, Duschen, Essen und einfach nur schlafen :D.

Tag 3 – Worms – Lauterbourg

Neuer Tag, neues Glück…. Neue Kieswege…

Morgens hieß es erst einmal Fahrrad putzen, danach unser kleines Frühstück, die Tagesbesprechung und es ging wieder aufs Rad. Um unsere Souvenirs zu bekommen fuhren wir kurz nach Worms. Hier gab es einen Magneten für unsere Reise-Sammlung.

Ich muss sagen, Worms ist wirklich schön. Schade, dass wir uns nicht die ganze Stadt anschauen konnten; aber es musste ja weitergehen.

Wir verabredeten uns mit Christian in Ketsch zu unserem zweiten Frühstück. Bis dahin, naja, war der Weg teilweise schön, teilweise viel viel Schotter und wir mussten durch Ludwigshafen, was wohl mit das anstrengendste war.

In Ketsch gab es dann eine kleine Stärkung. Daniela und ich waren aber heute auch super müde. Der dritte Tag und wir hatten 27 Grad…. Am liebsten hätte ich gesagt, komm wir fahren mit Christian aber – nein – das haben wir natürlich nicht gemacht.

Nachdem wir aus Ketsch raus waren, hatten wir noch etwa 80 Km vor uns. Diese fingen super toll an. Zwischen Feldern auf super geteerten Straßen, bis wir plötzlich wieder Schotter vor uns hatten. Dieser Weg ging fast bis zur Französischen Grenze so weiter. Dieses knirschen vom Schotter unter den Rädern hat mich irgendwann wahnsinnig gemacht :D.

Kaum in Frankreich, feinste geteerte Radwege. Nun hieß es Endspurt. Wir wollten einfach nur noch ankommen. Am Campingplatz angekommen war, wie jeden Tag, alles von Christian aufgebaut 🙂 und wir konnten schnell duschen und etwas essen :)…..

 

Tag 4 – Lauterbourg – Kaiserstuhl/Freiburg

Heute ging es wieder früh raus und wie jeden Morgen hieß es frühstücken und Zelte abbauen. Ich hatte eine ziemlich schlaflose Nacht weil die ganze Zeit eine Motte oder ähnliches (das dachte ich zumindest) zwischen den Zeltwänden herumschwirrte. Weit gefehlt. Beim Abbau des Zeltes sahen wir was mich die Nacht über gestört hatte. Ich hatte eine Maus im Zelt und war froh, dass diese sich nicht durch die Zwischenwand gefressen hat. Nach dem Frühstück ging es also wieder los. Heute tat mir der Po so verdammt weh, ich mochte mich kaum auf diesen Sattel setzen :(.

Aber das legte sich Gott sei Dank nach einer Weile. Da es warm war, fuhren wir beide in Kurz/Kurz. Der Wetterbericht sah super aus und wir wollten auf dem schnellsten Weg wieder auf die andere Rheinseite – heute aber über eine Brücke.

Etwa 5-10 km vom Campingplatz entfernt – Regen (Wie war das mit dem Wetterbericht) – und wir stehen mal wieder vor einem Kiesweg. Aber wie das bei uns immer so war wurde aus Kies schnell Wiese- und Waldweg… Mit Rennrädern mega praktisch muss ich sagen :D…

Daniela schaute noch mal auf Google. Ja, entweder ganz zurück und da versuchen oder Augen zu und durch. Wir entschieden uns natürlich für “Augen zu und durch” :D…. Wir wussten schließlich nicht, ob der andere Weg besser war.

Irgendwann erreichten wir auch wieder eine Straße und unsere Brücke – Brücke mit Grenzübergang – eher Autobahn oder sowas – ich war mir nicht sicher ob wir da überhaupt fahren durften. Die ganze Zeit nur Regen, Regen und Regen und Sturmböen. Wir suchten einen Radweg und fanden ihn schließlich neben der Schnellstraße und 3x könnt ihr raten was für einer 😀 – Kies – Kies – Kies. In diesem Moment überlegte Daniela das erste mal, ob es nicht besser wäre Christian anzurufen – beide Müde, beide kaputt, beide Pitschnass – heute war ich diejenige die sagte: “nein, das machen wir nicht, es ist warm, es hört gleich auf zu regnen und dann wird alles gut”… Kurze Zeit später tat es das auch und wir waren auch wieder auf einer Straße unterwegs. Einmal quer durchs Gewerbegebiet bis nach Kehl, wo wir uns wieder mit Christian trafen, der dort schon eine Weile auf uns wartete.

Wir waren mittlerweile einfach froh an unserem Zwischenziel angekommen zu sein und Christian hat uns Süßkram aus Frankreich mitgebracht 🙂 Das hob die Laune schon ein wenig. Danach gab es so etwas wie Pizza und einen Kaffee bevor wir den Rest unserer Etappe angingen.

Es ging wieder an den Rhein und auch wieder zu den Kieswegen und zum Wind aber die Strecke war wunderschön. Kleine Holzbrücken, kleine Nebenbäche und viel viel Natur, bis es mal wieder hieß: Baustelle – bitte Umleitung fahren. Es ging also zwischen den Feldern weiter, bis wir an unserem Campingplatz Kaiserstuhl angekommen sind.

Tag 5 – Lauterbourg – Konstanz (Markelfingen am See)

Heute hatte Daniela erst einmal Geburtstag. Doch wir konnten das leider nicht wirklich feiern. Es standen heute 140 Km auf unserem Plan, mit ein paar mehr Höhenmetern als die vorherigen Tage. Also hieß es früh aufstehen, frühstücken und ab durch den Schwarzwald zum Bodensee.

Heute traf uns gleich auf den ersten Kilometern eine unerwartete Strecke:  Wiesenwege. Naja, wir nahmen es mit Humor und konnten dahinter weiter auf einer Straße fahren.   Wir fuhren eine Weile und hatten, ihr werdet es kaum glauben, bis ca. Kilometer 30 immer einen Radweg. Hier standen wir dann und der Weg war einfach zu ende. Google sagte uns, wir sollten die B31 fahren, doch da war so viel Verkehr. Die einzigen Ausweichmöglichkeiten: 2 Wanderwege und wir wussten ja wie diese aussehen.

Naja, also ab auf die B31 und das werde ich nie nie nie wieder tun. Erstens bin ich mir immer noch nicht sicher, ob wir dort überhaupt hätten fahren dürfen (wobei es hier sogar Strava- Segmente gab – wer fährt sowas denn freiwillig?). Aber es war kein Verbotsschild da. Zweitens hatte ich einfach nur Angst. Vier Spuren, LKWs, Autos und alle ziemlich schnell unterwegs. Auf diesem Weg hatten wir auch noch die meistens Höhenmeter und natürlich mit Serpentinen.

15 Km, dann waren wir im nächsten Dorf und ich war überglücklich, dass wir das überlebt hatten. Vielleicht sollte man mal überlegen, dort einen Radweg zu bauen(?). Genug Platz ist auf jeden Fall.

Daniela und ich wollten einfach nur noch zu unserem morgens abgesprochenen Pausenort “Bonndorf” wo Christian schon wartete.

Der restliche Weg dorthin war aber super. Breite Landstraßen, nicht viel Verkehr, es wurde wärmer, alles war wieder gut :). Kurz vor Bonndorf wartete Christian am Wegesrand der uns, ohne dass wir es gesehen hatten, wohl überholt hatte :D. Er wartete mit Schokolade am Rand und gab uns jeder ein Stück, bevor er weiterfuhr und in der nächsten Parkbucht von uns Fotos schoss, während wir den letzten Anstieg vor uns hatten.

In Bonndorf angekommen, volle Enttäuschung. Kein Kaffee, kein Restaurant – nichts hatte auf…. Naja, nun musste das Brot reichen das wir noch hatten und wir fuhren weiter. Nach 20 Km fuhren wir über die Deutsch-Schweizer Grenze und auf einmal Bombenwetter, eine tolle Aussicht und super tolle Straßen.

An einem Anstieg machte ich meine Kamera an und als ich oben war dachte ich, ich dreh einmal um und filme Daniela beim hochfahren.

Was passiert natürlich…. ich komme aus meinem linken Pedal nicht mehr raus und falle um wie ein Baum :D…. Und das ist nun alles auf einem Video verewigt :D.

Der Rest des Weges war einfach nur schön. Felder, gute Straßen am Rhein – alles Super. Wir kamen vor der Dämmerung am Campingplatz in Markelfingen an und konnten noch in Ruhe einen Kaffee trinken :).

Tag 6 – Markelfingen – Lindau

Aufgestanden mit Blick auf den See und eine kurze Strecke vor uns – was für ein schöner Morgen. Recht ausgeschlafen ging es auf die Picknickdecke zum Frühstücken. Wir hatten heute morgen ein paar Enten zu Besuch  und Christian eine neue beste Enten-Freundin die so mutig war und sogar über sein Bein watschelte um an das Brot zu kommen 🙂 .

Unsere Fahrt war recht unspektakulär – was ja auch mal schön war :D. Die Wege waren toll und wir sind 80 % der Zeit am See entlang gefahren.

Von Konstanz ging es mit der Fähre rüber nach Meersburg (was ein süßer Ort) und weiter am See entlang Richtung Lindau.

Es wurde immer voller. Viele Touristen, Inliner oder andere Radfahrer. Also hieß es zwischendurch Schrittgeschwindigkeit. Nach 60 Km kamen wir an unserem geplanten Campingplatz an und naja – unfreundliches Personal, super weit weg vom See und auch nicht gerade günstig. Wir überlegten kurz, doch dann stand fest wir fahren zum nächsten Campingplatz, der etwa 15 Km entfernt lag.

Wir hatten Hunger und eigentlich wollten wir nur noch ankommen, naja was solls… Beim nächsten Bäcker gab es dann erst einmal eine mega Kalorienbombe (leider habe ich keine Ahnung wie es hieß, da ich die Bayrische Bäckerin überhaupt nicht verstanden habe, nur das es ein Typisch Bayrisches Gebäck ist) und dann ging es auch wieder.

Der nächste Campingplatz (Park Camping am See) war dafür echt super. Es gab nach dem Duschen erst einmal Geburtstagskuchen. Danach schauten wir uns den Sonnenuntergang an und gingen bei einem mega Italiener etwas essen :).

Tag 7 – Pause und Sightseeing

Heute konnten wir ausschlafen und morgens war noch schönes Wetter. Also beschlossen wir, uns erst einmal Meersburg anzuschauen. Meersburg ist wirklich mega schön. Überall kleine Lädchen und gerade “Omas Kaufhaus” hatte es uns angetan :)… Es fing nun an zu regnen und es hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. Also schauten wir uns noch die Insel von Lindau an und fuhren dann zu unserem Campingplatz. Essen, ein bisschen Flipper spielen und dann ab ins Bett.

Die ganze Nacht regnete es und mein Zelt stand irgendwann unter Wasser…. Ich hatte nur noch meine kleine Isomatten-Insel auf der ich halbwegs trocken meine Nacht überlebte 🙂

Nun war die erste Woche rum. Was wir in der zweiten Woche erlebt haben folgt in ein paar Tagen :)…..

Bisher hinter uns: 760,2 Km und 2779 Hm

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