Rad am Ring 2017

Rad am Ring 2017Es war endlich soweit. „Das Team“ (unser kreativer Teamname) fuhr zu Rad am Ring um an einem 24h-Rennen teilzunehmen 😊.

Für uns alle (Daniela, Christian, Svenja und ich) war es das erste 24h-Rennen und wir waren vorher dementsprechend aufgeregt. Was für Licht nimmt wer mit? Was muss zum Anziehen eingepackt werden und was essen wir dort eigentlich ???? Diese und viele andere Fragen waberten immer wieder durch unseren Gruppenchat.

Unsere „Vorbereitung“

Wir fingen hier mit dem naheliegendsten an 😀

Was ziehen wir an? Wenn wir schon als Team starten können wir ja auch Teamtrikots haben. Gesagt getan. Ich designte unsere Trikots und die netten Leute von “Biehler Sportswear” taten alles um diese rechtzeitig fertig zu bekommen (wie man solch ein Shirt designt und was dann bei Biehler passiert könnt ihr hier auch bald lesen….).

Wo schlafen wir? Wir entschieden uns für ein großes Zelt und die Option im Auto zu schlafen…..

Was  essen wir? Da wir mit dem RCB zusammen dort waren habe ich hier den Hauptorganisator Tim gefragt 😉…. Grillen – ok…. Mein kleiner Gasgrill wurde eingepackt….

Licht? Man fährt ja auch nachts und die Straßen sind nicht beleuchtet. Also sollte man schon an ausreichend Licht denken. Davon hatte ich definitiv zu wenig ☹. Fürs nächste Mal und für alle, die auch noch nie ein 24h-Rennen gefahren sind: Helles, sehr helles Licht am Fahrrad und am besten noch ein Licht am bzw. auf dem Helm.

Das war es eigentlich schon, das Rennen konnte starten 😊….

Freitag – Anreise – Rad am Ring

Die meisten die wir so kannten, haben sich schon morgens auf dem Weg nach Nürburg gemacht. Alles in Ruhe aufbauen, schnacken, essen etc….

Wir mussten aber leider noch arbeiten und konnten erst gegen  16 Uhr los.

Von Bremen dauert die Fahrt ein wenig und da gerade alle Bundesländer Ferien hatten, hatten wir wirklich Angst, lange im Stau zu stehen und somit nicht mehr rechtzeitig anzukommen.30 min bevor die Tore schlossen waren wir aber da… 😊 Puh… jetzt hieß es nur noch schnell das Zelt aufbauen, Startunterlagen abholen, etwas essen und ab ins Bett.

Samstag – Die Aufregung steigt

Komplett unausgeschlafen ging es recht früh aus den Federn. Ich war aber relativ schnell wach und ging mich, bis mein Team endlich auch aufgestanden war, schon einmal etwas frisch machen.Gemeinsam ging es nun zur Cafeteria auf dem Expo-Gelände.

Auf dem Weg dorthin bemerkten wir erst wie groß das Gelände war und wie viele Leute wirklich dort waren. Ich war absolut begeistert.Überall motivierte Menschen die genauso wie wir gleich auf ihre Räder steigen….

So langsam näherten wir uns unserem Start um 12:22 Uhr und zogen uns um, checkten noch einmal unsere Räder und machten alle Startnummern fest. Noch ein wirklich toller Tipp kam wieder vom RCB: Den Transponder nicht, wie beim Triathlon, ums Bein, sondern in eine Trinkflasche. Die Trinkflasche kann man dann einfach weitergeben. So konnte es losgehen 🙂

Die erste Runde gemeinsam

Da wir alle ziemlichen Respekt vor der Strecke hatten und uns viele im Vorfeld Angst gemacht haben ;), beschlossen wir die erste Runde gemeinsam als Team zu fahren.
Kurz vor 12 fuhren wir also alle zum Start.
Wir hielten uns bewusst am Ende der Startaufstellung auf um uns nicht im Gedränge zu verlieren und um uns erst einmal an das ganze Drumherum zu gewöhnen.
Nun wurde es voll. Wir schossen noch schnell ein paar Fotos und dann hieß es auch schon Start….

Wir fuhren mit allen zusammen los, fuhren noch kurz an unserer Parzelle vorbei und dann ging es auf die Strecke. Daniela hatte am Anfang etwas Angst schnell die Hügel hinunter zu fahren, also blieben wir hinten. Ich war trotzdem schon jetzt begeistert und freute mich auf meine erste Runde.

Nun ging es in die Fuchsröhre – super genial sage ich euch. Hier flitzte Christian an mir vorbei aber an der nächsten Steigung hatte ich ihn wieder :)… Dieses Spiel spielten wir die ganze erste Runde :D…

Die meiste Zeit quatschte ich mit Svenja und immer wenn wir wieder eine Steigung geschafft hatten, warteten wir auf den Rest. Dies funktionierte super.

Ab Km 11 ging es nur noch bergauf. Auf dieser Strecke bis zum Caracciola-Karussell hörte man überall nur noch Stöhnen. Ich fand es schon auf der ersten Runde wahnsinnig anstrengend. Ich unterhielt mich immer mit den vorbeifahrenden Leuten die so aufmunternde Sachen sagten wie: “Das schlimmste kommt erst noch” ;)…. Aber ich kam gut hoch. Ich überholte sogar ein paar Leute und an der Seite sah ich immer wieder Fahrer, die schon den Berg hoch schoben…. (Da war ich ja schon etwas stolz ;))

Im Karussell warteten Christian und ich noch auf die anderen Beiden. Hier konnte man immer kurz durchatmen und etwas trinken. Ich wusste, nun kommt die Hohe 8.
Viele haben mir vorher so viele Geschichten über dieses Stück der Strecke erzählt und ich hatte wirklich etwas bammel – Ich wollte definitiv nicht schieben müssen.
Es ging kurz vorher ein Stück bergab… aber wirklich Schwung habe ich hier nicht holen können, da es direkt dahinter ziemlich steil wurde.

Jetzt hieß es durchhalten und treten. Hinter einer kleinen Kurve sah man aber schon die Spitze und den großen blauen Zielbogen. Ich fokussierte nur diesen blauen Bogen und fuhr weiter.
Am Rand saßen Fotografen und was macht man, wenn man einen Fotografen sieht? GRINSEN 😀
Der neben mir sagte nur: “Wenn du noch grinsen kannst, kannst du auch schneller fahren.” … Naja das sehe ich anders :D…

Oben angekommen klatschen Christian und ich uns erst einmal ab und freuten uns oben zu sein – Wie cool das war ….
Wir warteten noch auf Svenja und Daniela, die auch recht fix kamen und fuhren dann weiter.
Ein Schild sagte uns: “Kette rechts ab jetzt nur noch bergab” – ich sage euch, eine glatte Lüge :D….
Es ging zwar bergab aber auch wieder bergauf. Die meisten Hügel konnte man aber hochrollen da man genug Schwung von den Abfahrten hatte. Nur den letzten Anstieg musste man noch einmal hoch treten, dann waren wir aber auch schon wieder an unserer Parzelle angekommen..

Christian fuhr nun weiter, danach ich, dann Daniela und am Schluss Svenja…

Meine Zweite

Die zweite Runde war der Hammer. Ich hatte zwar noch etwas Angst auf den langen Abfahrten, weil noch so viele Menschen auf der Strecke waren, aber es war einfach nur genial.

Der Anstieg beim Kesselchen (Ab km 11) war wie auch die Runde davor mega anstrengend. Aber ich schaffte es auch ein zweites Mal – immer mit dem Satz “Stell dich nicht so an” im Kopf :D. Der Anstieg zur Hohen 8 wurde gefühlt auch immer kürzer; immer mit dem Blick auf den Großen Blauen Bogen… Oben angekommen – kurz luftholen, etwas trinken und weiter gehts. Auf dem letzten Stück der Strecke merkte man den Wind deutlich aber es war OK 😉 ich hing mich nun in eine vorbeifahrende Gruppe und konnte auch bis zur letzten Steigung gut mithalten.

Jetzt nur noch durch die Fahrerlager und da war ich schon wieder :)…

Was Nun?

Mindestens 3 Stunden hatte ich nun Zeit…. Was macht man nun? Erstmal Kaffee trinken :D, über die Messe bummeln oder einfach den anderen Fahrern fasziniert zuschauen, wie sie in der Fahrt bei über 30 Km die Transponder übergaben und der nächste weiter düste. Ein mega Bild und das Wetter war, außer dem wirklich starkem Wind, total grandios.

Als Christian wieder an der Reihe war machten wir so langsam den Grill an… Ich hatte vielleicht einen Hunger… Doch essen konnte ich nun leider noch nicht, ich war ja als nächstes dran. Ich ass 2 Bananen während alle anderen schon fleißig am Essen waren. Unser Grillmeister Tim versprach mir aber: “Wenn du wieder kommst, ist das essen fertig.” 🙂

Dritte Runde

So langsam wurde es dunkel, also schloss ich meine Lichter ans Rad. Ich sah schon die anderen Fahrer mit Kopflampen und Super-Scheinwerfern. Jetzt wusste ich, ich habe definitiv zu wenig Licht. Noch war es aber etwas hell und ich fuhr, als Christian kam, direkt los.

So langsam merkte ich schon meine norddeutschen Beine. Ich versuchte trotzdem so schnell zu fahren wie nur möglich. Nur am Anfang der Fuchsröhre musste ich noch etwas abbremsen weil es mir dort etwas zu steil war. In der Abfahrt, dachte ich mir aber da geht noch was, und ich versuchte noch so schnell wie möglich zu treten. Leider kam ich nicht mehr über 70 Km/H.

Als ich in die erste etwas steilere Steigung nach der Fuchsröhre kam merkte ich, wie müde ich war und wie viel Hunger ich hatte. Ich schaltete hoch statt runter und wusste in diesem Moment gar nicht, welchen Knopf ich drücken muss.
Komplette Verwirrung.
Naja, kurz aufgestanden und dann ging auch die Steigung mit einem höheren Gang :D.

Zwischen Kesselchen und der Hohen 8 lieferte ich mir ein kleines Battle mit einem anderen Fahrer. Er überholte mich, ich ein paar Meter weiter ihn und kurz vor dem Gipfel hatte ich ihn dann endgültig :D. Oben angekommen fragte er noch, ob wir gemeinsam weiterfahren aber ich brauchte erst einmal etwas zu essen.

Auf dem Anstieg zur Hohen 8 war nun auch etwas mehr Stimmung. Das redbull Team stand mit einem Wagen mit lauter Musik und Videos an der Steigung und heizte den Leuten ein – das war recht cool…

Der Rest lief wieder ganz gut… Ich hing mich am Schluss an einen MTB Fahrer der das aber gar nicht lustig fand und mich fragte was das soll… Ich war etwas irritiert von der Frage, da sich mir schon 3 weitere Rennradfahrer angeschlossen hatten :D.

Es ging also alleine weiter und wieder zurück zu unserer Parzelle.

Essen…Schlafen usw.

Angekommen war, wie versprochen, mein Essen fertig 🙂 Danke Tim :)….
Ich aß schnell was und legte mich dann ins Auto um etwas Schlaf zu bekommen.
Von schlafen keine Spur… Ich war so angespannt gleich wieder aufstehen zu müssen, dass ich erst gar nicht schlafen konnte. Mein Kopf tat weh und ich rang mit mir selber was ich jetzt tun sollte. Als Svenja wieder kam war mein Beschluss aber gefasst, ich fahr erst etwas später weiter.

Ich wartete noch auf Christian und ich schlief noch etwa 3 Stunden. Als ich aufwachte war es noch etwas dunkel aber ich hellwach. Ich zog mich nur schnell an, weckte Daniela und und ging auf meine vierte Runde.

Runde 4

Die Runde 4 war super schön! An der ersten kleinen Steigung dachte ich zwar, dass ich diese Runde nie schaffen würde aber nach kurzer Zeit hatten sich die Beine wieder an die Belastung gewöhnt.

Ich fuhr in den Sonnenaufgang und gerade auf den Hügeln war es einfach nur eine wunderschöne Kulisse. Alles andere war ziemlich unspektakulär… Außer, dass man das Gefühl hatte, die Steigungen wären etwas länger als den Tag davor 😀

Danach fuhren Svenja und Daniela noch ihre vierte Runde und somit war Rad am Ring für uns beendet. Wir gingen nun noch gemeinsam etwas essen, holten unsere Medaillen ab und packten das Zelt zusammen (was bei dem Wind echt eine Aufgabe war :D)

Fazit

Es war mal wieder ein tolles Wochenende mit viel Sport, vielen netten Leuten und einer Menge Spaß.
Ich war am Anfang sehr skeptisch ob solch eine Veranstaltung etwas für mich ist und ob ich es schaffen würde aber ich kann sagen, ich würde es wieder machen.
Die Location und die Atmosphäre  waren einfach grandios.
Das einzige was mich persönlich etwas ärgerte, ich hätte noch eine fünfte Runde fahren sollen…. Das wird dann beim nächsten Mal umgesetzt 🙂

3 Gedanken zu „Rad am Ring 2017

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