Off-Season: Wandern im Biokovo Gebirge

Sveti jure

Urlaub ist zum Entspannen da… ich denke wir haben da (laut meinen Freunden) eine etwas andere Auffassung von Entspannung:).

Wir hatten den Plan ins Biokovo Gebirge zu fahren und auf den “Sveti Jure” zu wandern (den zweithöchsten Berg in Kroatien – 1762 m ü. NHN). Ich suchte uns vorher eine Route heraus, diese wurde sogar mit Beschreibung gepostet (siehe https://www.hoehenrausch.de/berge/sveti-jure/) und hörte sich klasse an :).

Also ging es los zum Startpunkt nach Veliko Brdo. Wir parkten neben einer Kirche und konnten dann den Aufstieg beginnen.

Der Aufstieg – Sveti Jure

Wir gingen links an der kleinen Kirche vorbei und standen vor diesen riesigen felsigen Bergen, auf denen von unten keinerlei Wege ersichtlich waren. Der Straßenbelag wechselte von Teer zu unbefestigtem Gelände und genau dort stand ein Schild: Sveti Jure geradeaus 4:30 Std. Ich schaute auf die Uhr und war gespannt, ob wir das schaffen. Es ging von Anfang an ziemlich steil bergauf und die Aussicht wurde immer beeindruckender.

Doch immer noch schauten wir gegen diese enorm riesigen Felswände und wir wunderten uns, wie wir da rüber kommen sollten. Vielleicht war einer dieser Berge ja schon der Sveti Jure (ich versichere euch – nein das war er nicht :D).

Weiter ging es über felsigen und etwas losen Untergrund, bei einem etwas flacheren Abschnitt legten wir eine Pause ein. Kurz nach unserer 10 minütigen Pause kam das nächste Schild: Sveti Jure 4:15 Std – Ich schaute auf die Uhr und musste lachen, wir hatten für dieses Stück schon 49 Minuten gebraucht :D. Wir gingen eine Weile weiter und alles war ok, bis wir auf einmal keine Wanderpunkte mehr entdecken konnten.

Es war kein Weg mehr zu erkennen (und das war vorher schon schwierig). Hier waren nur lose Steine die unter einem einfach wegrutschten – Ich dachte nur TYPISCH!!! Immer wenn wir wandern gehen, stehen wir irgendwann vor so etwas, aber dieses Mal hatten wir uns sogar an die Route gehalten 😀 .

Ich kletterte weiter, doch immer wieder machten sich die ganzen Steine auf den Weg nach unten. Ich war schon wieder kurz vor der Verzweiflung und Mischa erwägte auch schon zurück zu gehen. Aber ich wollte das nun aber mal da hoch schaffen (ich bin auch ganz schön stur ;)). Wir fanden weit über uns auch die Wanderpunkte wieder. Also war es der richtige “Weg”. Wir kletterten also weiter, ich auf allen Vieren :D. Ich suchte immer nur den nächsten Stein, der nicht gleich hinabsauste. Nach etwa 30-40 min war dieser Abschnitt zu Ende und wir hatten wieder etwas festeren Untergrund.

Der Weg schlängelte sich nun über den Berg und wir kamen an eine kleine Schlucht. Unten war alles grün, eine richtige Wiese mit Bäumen und ganz schön vielen Tieren. Egal wo man hinschaute rannte eine Echse davon und überall waren sowas wie Grashüpfer (nur viel größer und in braun). Ich dachte schon wieder: Das kann nicht der richtige Weg sein! Doch wir sahen auf der anderen Seite der Wiese wieder eine Wandermarkierung – Also weiter …
Als wir den nächsten kleinen Hügel erklommen hatten, konnte man schon so weit über das Gebirge schauen, WAHNSINN!

Nach eine Kurve bekam ich einen riesen Schreck, etwas Großes bewegte sich in meinem Augenwinkel, wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch niemanden auf unserem Weg gesehen. Ich dachte schon wieder an Bären, Wildschweine oder an einen Wolf :D. Als ich aber das nächste Mal hin schaute war es ein älterer Herr mit einer Kamera in der Hand.

Wir gingen also weiter und wurden direkt von dem Mann angesprochen. Super nett und hilfsbereit fragte er erst einmal in welcher Sprache er mit uns reden kann 😀 und erzählte uns darauf hin wo er hin wollte und das er schon seit 36 Jahren in der Bergwacht sei. Daraufhin machte er noch ein paar Fotos von uns und fragte uns ob wir auch bei diesem Facebook sind :D. Wir tauschten schnell noch E-Mails aus und gingen dann weiter.

Wir sahen schon den großen Mast der unser Ziel kennzeichnete und dachten das wir gleich da sein müssten – wieder einmal weit gefehlt – Nach ca. 15 Min und einer weiteren kleinen Erhöhung stand auf dem nächsten Schild: Sveti Jure 1:15 Std.

Kurz danach wussten wir auch warum: Es ging erst einmal wieder abwärts in einen kleinen Wald (den hätte ich in der Gegend auch nicht vermutet) und dann das Ganze wieder recht steil bergauf. Wir sahen die Straße die den Berg hoch führte und viele Fahrradfahrer die sich die letzten km hochquälten.
Wir kamen bei der Straße heraus und sahen wieder ein Schild das unserer Meinung nach in die falsche Richtung zeigte. Es zeigte nämlich die Straße herunter – hmm – naja gehen wir mal.

Kurz hinter der nächsten Kurve sah ich es schon – Es ging mit einem Seil steil den Berg hoch. Ich mit meinen 158 cm war zwischenzeitlich wirklich überfordert mit diesen hohen Steinen, ich konnte einfach nicht mehr :D. Aber dann waren wir irgendwann oben.
Die Aussicht: Atemberaubend – man konnte so weit schauen! Es war wirklich wunderschön!

Dann ging es an den Abstieg

Wir entschieden uns von unserer geplanten Route abzuweichen, weil wir nicht wussten, ob uns wieder so eine Gerölllandschaft erwartet und wir mussten ja bevor es dunkel wird zurück beim Auto sein.
Also fragten wir Google :D, Google wollte das wir ein Stück auf der Straße bleiben und dann wieder durch den Wald bis Markar gehen. Also los.
Die Straße war eher unspektakulär, aber auch mal recht angenehm. Nach etwa 5 km führte ein Weg Richtung Wald, bis zu dem ausgeschilderten Parkplatz. Ich sah es schon: Noch ein Berg war vor uns, wir gingen also wieder hoch und hatten dann noch einmal einen wundervollen Ausblick auf Makarska und das Meer.

Von hier aus ging es eine kleine Ewigkeit bergab in kurzen Serpentinen, gefühlt kamen wir nicht wirklich voran.

Irgendwann sahen wir ein Schild Richtung Veliko Brdo und änderten unsere Route noch einmal. Wir liefen die ganze Zeit so, dass wir das Meer im Blick hatten, bis wir wieder in einen kleinen bewaldeten Abschnitt kamen. Hier ging es mal hoch und mal herunter. Es wurde wärmer und wir konnten ganz gemütlich zu unserem Auto gehen :)…

Es war ein super schöner und wundervoller Tag mit vielen neuen Eindrücken….
Als wir endlich “zuhause” waren, waren wir ganz schön platt :D.

Hier könnt Ihr euch die GPX Datei der Strecke herunterladen

Biokovo - Sveti Jure

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