Harz Triathlon Trainingslager

triathlon Trainingslager BrockenNachdem ich mit Jorge Sports schon im Trainingslager auf Mallorca war, ging es für 5 Tage mit meinem Verein, den Triathlöwen, in den Harz.

Packen, Wetter und andere Katastrophen

Die komplette Woche vor dem Trainingslager hatten viele nur noch ein Thema und zwar: das Wetter. Jeden Tag schauten wir auf den Wetterbericht, der uns aber jedes Mal mitteilte, dass es schneien oder regnen sollte. Super Voraussetzungen fürs Rennradfahren. Wir  überlegten schon, ob man sich vorort lieber Mountainbikes leiht und halt Schwimmen oder Laufen geht.

Das Wetter wurde aber besser und besser, bis kein Niederschlag mehr auf der Vorhersage zu sehen war. Also konnten wir wohl doch aufs Rad, obwohl es schon recht „frisch“ werden würde. Was also einpacken? Meine Packliste die ich für das Trainingslager auf Mallorca geschrieben hatte, bot schon mal die Grundausrüstung. Zusätzlich dann noch viele warme Sachen (Thermojacken, Beinlinge, Thermohose, Handschuhe  etc.). Mein Koffer, der auf Mallorca noch ganz gut zu ging, platze aber schon. Ich wusste, ich habe viel zu viel eingepackt-  aber was solls – lieber zu viel als zu wenig ;).

Ab ins Trainingslager

Daniela (zeigenwasinunssteckt) hatte angeboten zu fahren und holte mich am Donnerstag um 13 Uhr zuhause ab. Wir packten alles ein und holten eine weiter Freundin ab. Gut dass Daniela einen Kombi hat, kleiner hätte das Auto bei dem ganzen Gepäck nicht sein dürfen :D.

Wir kamen gut durch und waren schnell in der Jugendherberge in Schulenberg. Hier haben wir nur schnell die Sachen aufs Zimmer gebracht, alle die schon da waren begrüßt und dann ging es auf die erste kleine Runde mit dem Rad.

Der erste “Ausflug” bestand nur aus  23,8 km und 282 Höhenmeter. Hier merkte man schon, dass sich die Beine erst einmal an die Hügel und Berge gewöhnen mussten. Aber die 8 km Bergauf wurden mit einer super schönen Abfahrt belohnt. Leider war es schon so kalt, dass ich ziemlich eingefroren in der Herberge ankam. Jetzt hieß es nur schnell duschen und dann gab es auch schon Abendessen.

23,8 Km mit 412 Höhenmetern – GPX zum Download

Alle quatschten und diskutierten darüber was morgen gefahren wird und einige verabredeten sich noch morgens ins Schwimmbad zu fahren, bis es dann ins Bett ging.

Triathlon Trainingslager Tag 1

Heute ging es erst einmal früh aus dem Bett, mit Kopfschmerzen und einer gefühlten schrecklichen Erkältung. Daniela ging es auch nicht gut aber wir entschieden uns trotzdem Schwimmen zu gehen.

Wir fuhren also zu fünft ins 5 min entfernte Schwimmbad, in dem schon einige andere aus unserem Verein am schwimmen waren. Auf meinem Plan standen 1,8 km also etwa 45 min. Dies ging ganz gut und komischerweise verflüchtigte sich meine angebliche Erkältung ziemlich schnell (war wohl doch eher Heuschnupfen). Nach dem Schwimmen waren die Kopfschmerzen zwar noch da aber mir ging es besser und dem Fahrradfahren stand nichts mehr im Weg ;).

Auf dem Weg zur Jugendherberge holten  wir noch schnell 100 Brötchen vom Bäcker, damit wir alle auch gestärkt aufs Rad gehen konnten☺.

Die Erste Tour

Nach dem Frühstück machten wir uns so langsam fertig, wir hatten eine kleine Mädelsrunde geplant mit 6 Frauen und 60 km.

Wir fuhren also los und quälten uns zum Start schon mal nach Clausthal-Zellerfeld hoch. Ich glaube man merkt schnell, dass wir aus dem Norden kommen und Berge überhaupt nicht gewohnt waren. Die Oberschenkel brannten jetzt schon und wir wussten bis dahin ja noch nicht was noch so auf uns zu kommt :D.

Nach etwa 12 km standen wir nun vor einem etwas längeren Anstieg und ich sah nur ein Schild, das mir sagte wir fahren Richtung Sonnenberg. Nach jeder Kurve hofften wir alle, dass es gleich vorbei ist aber irgendwie war es das gefühlt nie. Wir schafften es aber und fuhren weiter Richtung Torfhaus :D.

Nachdem wir dann endlich oben angekommen waren, ging es knapp 13 km Bergab, eine super geniale Abfahrt muss ich sagen. Es war aber so kalt und da ich noch nicht mal eine Windweste an hatte, zitterte ich mächtig und freute mich schon gleich wieder Bergauf fahren zu können.

Nun hatten wir noch ca. 20 wellige Kilometer vor uns, die wir auch ganz gut bestritten.

59,9 Km mit 1304 Höhenmetern – GPX zum Download

Koppeln macht doch Spaß

Auf meinem  Plan stand noch ein Koppellauf, also zog ich die Laufschuhe an und es ging los – das natürlich erst einmal Bergauf….

Ich musste leider an ein paar Steigungen zügig gehen, weil meine Beine sowas überhaupt nicht gewohnt sind, aber es machte tierischen Spaß… Durch den Wald, hoch, wieder hinunter und  ein paar Treppen gab es auch noch.

Danach ging es dann unter die wohlverdiente Dusche und zum Essen…

Wie jeden Abend saßen wir noch recht lange unten im Gemeinschaftsraum einige spielten noch Kartenl, andere hatten das ein oder andere Kaltgetränk 😉 und andere quatschten einfach und planten den nächsten Tag.

Triathlon Trainingslager Tag 2

Heute schliefen wir erst einmal ein wenig aus und gingen dann als erstes zum Frühstück, denn wir hatten heute größeres vor ☺… Heute sollte es auf den Brocken gehen, Daniela fiel den Vorabend noch auf, dass wir bei der geplanten Strecke noch einmal über Torfhaus fahren, was wir dann kurzerhand etwas umgeplant haben ;), mehr Höhenmeter als nötig sollten es dann doch nicht werden.

Nach dem Frühstück zogen wir uns um (naja erst einmal diskutierten wir über die Wahl der Klamotten :D) und  gingen zu unseren Rädern. Wir schauten hinaus und wir konnten es kaum glauben, es schneite … So ein Mist, die Stimmung und Euphorie kippte ein wenig – bei Schnee können wir doch nicht den Brocken hoch. Wir entschieden uns kurz zu warten und dann trotzdem Richtung Schierke zu fahren – wenn das Wetter so bleiben würde,  können wir ja immer noch umdrehen.

Also ging es nun von Schulenberg zur Okertalsperre, Richtung Altenau. Von Altenau aus mussten wir natürlich den Sonnenberg wieder hoch, der zwar genauso doof war wie schon am Tag zuvor aber es ging viel schneller vorbei (komisch wie schnell man sich daran gewöhnt bergauf zu fahren).

Wir fuhren also weiter und Helmi war so motiviert, das war richtig ansteckend „wir eskalieren heute so richtig“ 😀 sagte sie immer und das taten wir dann auch…

Ersteinmal ging es jetzt aber Bergab Richtung Braunlage und etwas wellig nach Elend… Und wie der Name schon sagt, ging das „Elend“ jetzt auch los :D. Es ging erst einmal etwa 3 Km hoch Richtung Schierke – Da waren schon ein paar knackige Steigungen bei.

In Schierke machten wir noch einen kleinen Pipi- und Essens-Stopp, bevor es nun den Brocken hinauf gehen sollte.

Den Brocken hinauf

Unsere motivierte Helmi „eskalierte“ nun so Richtig und fuhr in einer Geschwindigkeit auf den Berg, da war ich echt ein bisschen baff. Ich fuhr in meinem Tempo hinauf und schaute immer auf mein Garmin und guckte mir an wie viele Kurven ich noch fahren musste und freute mich jedes Mal wenn ich wieder eine geschafft hatte. Dann sah ich ein Schild nur noch 3,5 Km bis zum Brocken – Cool das ging jetzt aber schnell.

Ich wusste aber auch, dass jetzt recht viele kleine fiese Steigungen kommen, mit denen ich nicht allzu gut zu Recht komme. Jetzt waren auch ein paar Wanderer auf der Strecke, die sich mein Gestöhne anhören durften, aber auch diese fiesen Stücke waren im Endeffekt kein Problem.

Ist ja gleich geschafft, dachte ich mir und dann fing mein Garmin an Pausenlos zu Piepsen, Streckenabweichung 😀 ich glaube das ging fast 5 Minuten bis sich das Gerät wieder einbekommen hat. Es hat genervt aber auch irgendwie abgelenkt, weil ich beim Fahren versucht habe dieses Piepen wegzubekommen.

Die letzten paar hundert Meter wurde es noch einmal richtig fies aber sogar die Wanderer sprachen einen Mut zu. Zu den Wanderern waren auch noch Läufer mit Startnummer auf dem Brocken unterwegs – ein Ultralauf- Wahnsinn dachte ich mir nur, wenn die das schaffen, schaffe ich das auch.

Und Zack, ich war oben ☺

Nun wartete ich noch auf Daniela und eine weitere Freundin und zog mir schon einmal meine Windjacke über, es waren oben nur 0 Grad und ich ja etwas verschwitzt. Danach wärmten wir uns erst einmal auf und für mich gab es super Gesundes Essen 😀 eine Wurst, ein Donut und einen Kaffee ;).

Nachdem wir dann Fotos geschossen hatten – unsere Beweisfotos ☺ ging es nun den Berg wieder hinunter.

Mir war noch nie so kalt

Leider konnte man den Brocken nicht einfach so hinunter Düsen, überall Kies, Wanderer und Läufer und natürlich ein paar Kurven…. Ich hab mir die ganze Zeit gewünscht, dass der Berg jetzt zu Ende ist, weil jeder Muskel in meinem Körper einfach nur gezittert hat. Da war das Hinunterfahren fast schlimmer als das Hochfahren.

Unten warteten wir nun, bis alle wieder da waren und dann ging es weiter. Die Sonne schien nun auch wieder und wir tauten so langsam auf.

Wir fuhren nun bis Wernigerode nur noch Bergab und hatten die ganze Zeit Angst, dass wir gleich wieder ganz hoch mussten. In Ilsenburg trat ich plötzlich ins Leere (mir fehlt der entsetzte Smiley) mein komplettes Pedal war ab, wie das funktioniert weiß ich zwar nicht aber nun war es so.

Ich saß nun also auf dem Boden und wir versuchten das Pedal vom Schuh abzumachen und da muss ich sagen im Harz sind die Leute sehr hilfsbereit, es hielten gleich 3 Autos und fragten ob alles OK sei….

Wir gaben es irgendwann auf und schraubten das Pedal mit Schuh wieder an das Fahrrad und ich fummelte mich in meinen Schuh so wieder hinein.

Also ging es weiter Richtung Bad Harzburg und was war kurz vorher, schon wieder das Pedal ab. Nun waren wir ja aber schon Profis und versuchten es gar nicht erst abzubekommen. Nachdem es wieder am Fahrrad war, kontrollierte ich noch einmal alles und fuhr weiter. Die Angst, dass es gleich wieder passiert fuhr jetzt aber mit und ich vermied es aufzustehen und trat nur noch im Sitzen.

Es wurde jetzt relativ spät, mit der langen Pause auf dem Brocken und meinen 2 Pannen wurde es später als geplant und einige machten sich schon Sorgen in der Jugendherberge. Auf dem letzten Anstieg an der Ockertalsperre vibrierte mein Handy aber es waren nun noch knapp 5 km.

Als wir dann in der Herberge ankamen waren wir alle ziemlich platt aber auch sehr stolz auf unsere Tour. Ich merkte erst dort, dass ich auch noch ein paar SMS bekommen hatte mit der Frage wo wir stecken. Naja nun waren wir wieder da und waren pünktlich zum Essen zuhause☺.

Wie jeden Abend saßen wir noch recht lang gemeinsam unten und quatschten und ließen den Abend ausklingen.

121,6 Km mit 2463 Höhenmetern – GPX zum Download

Triathlon Trainingslager Tag 3

Auch wenn es gestern anstrengend war, ging es heute direkt weiter.  Vor dem Frühstück sind Daniela und ich erst einmal Laufen gegangen und es ging besser als ich es erwartet hätte. Ich lief wieder einmal um den See herum und ging dann direkt zum Frühstück.

Kurz aufs Rad

Da wir alle ziemlich platte Beine hatten, entschieden wir uns nur die Runde zu fahren, die wir schon am ersten Tag gefahren sind – komischerweise ging das richtig gut und auch recht flott. Bergauf fahren war gar nicht mehr so dramatisch.

Danach „entspannten“ wir uns etwas auf der Blackroll 😀

Schwimmen in der Therme

Wir fuhren gegen 14 Uhr dann Richtung Seesen in die Sehusa Therme um etwas zu schwimmen und danach noch den einen oder anderen Saunagang zu machen.

3000 m standen auf meinem Plan, den ich ohne Daniela wohl wirklich nicht geschwommen wäre. Die anderen  hatten nur einen kurzen Schwimmplan und dass wir andauernd Slalom schwimmen mussten, trug auch nicht zu meiner Motivation bei. Die Sauna rief auch schon echt laut nach mir :D. Ich überlegte immer wo ich meinen Plan abkürzen kann aber da mein Ehrgeiz zu groß ist und ich nicht wollte das Daniela mehr schwimmt als ich 😛 wurde der Plan wie geplant durchgezogen und danach in der Sauna entspannt.

Essen Essen Essen

Heute hatte ich dann auch wirklich Hunger. Als wir in der Herberge waren, stand das essen schon auf dem Tisch und wir konnten sofort loslegen. Super leckeres Chilli ☺.

Da es der letzte Tag war, saßen wir noch bis um 1 Uhr im Gemeinschaftsraum, redeten und ließen uns erklären wie unsere Ironman und Hawaii Teilnehmer so trainieren. Ich glaube mir ist öfters als einmal die Kinnlade herunter geklappt, gerade die Zielzeiten beim Laufen,  haben mich sehr beeindruckt.

Triathlon Trainingslager Tag 4 – Der rote Fuchs

Am ersten Mai gibt es immer einen meiner Lieblings RTF´s den Roten Fuchs in Giesen, da er eh auf dem Heimweg lag, haben wir uns gedacht, dass wir diesen noch mitnehmen.  Wir packten also gegen 6:30 Uhr unsere Sachen ins Auto und fuhren Richtung Hildesheim☺.

Aus Bremen kamen auch noch einige dazu und auch wenn der Wetterbericht 16 Grad für mittags zeigte, war es noch richtig frisch. Also doch die Thermosachen wieder an.

Wir verpassten den Start und somit das Große Hauptfeld, naja wir waren ja zu viert und fuhren dann etwas später los. Das MantaSquad und ein paar andere aus Bremen fuhren noch später los als wir aber ich wusste, dass die Gruppe uns innerhalb von ein paar Kilometern einholen würde und das taten Sie auch ☺.

Die ersten Kilometer

Die ersten Kilometer waren der Horror, mir tat wirklich alles weh und ich wusste weder wie ich sitzen soll, noch wie ich treten soll ohne dass meine Beine abfallen.  Der erste Berg wiederum ging wieder ganz gut. Ich war recht fix oben, dann aber kamen meine Rückenschmerzen wieder ☹ naja was solls einfach weiter fahren.  An der ersten Verpflegungsstelle, auf einem Berg, hatte ich wirklich ziemlich miese Laune, Schmerzen im Bein und im Rücken – Alles war doof…

Die Kontrollstelle ist aber immer super, hier gab es erst einmal Brötchen mit Lachs und Frikadellen zur Stärkung und für Daniela, ganz wichtig, Marmeladenbrot….

Es ging nun Bergab nach Alfeld, hier teilte sich nun das Feld in 80, 115 und 150 Km. Wir entschieden uns für die 80 und nun lief es auch wieder super Es war wellig und die Sonne kam endlich raus. Die ersten Klamotten wurden ausgezogen und die dicken Handschuhe konnten nun auch weg.

Es ging mit super Laune weiter, Christian fing an hinten Lieder zu singen, dann habe ich angefangen zu singen (im ernst wir haben wirklich gesungen)… 😀 Bis zur letzten Verpflegungsstelle, etwa 15 km vor dem Ziel, lief es nun wieder und Daniela hatte eine Wahnsinns Energie, was wohl an dem Marmeladenbrot lag ;)….

An der Letzten Verpflegungsstelle gab es dann noch ein paar Marmeladenbrote für sie und wir konnten uns den letzten 15 Km gegen den Wind stellen.

Daniela fuhr fast die ganze Zeit vorne und machte das wirklich gut, mal mit Christian und auch mal mit mir. So dass sich wirklich noch ein paar Männer zu uns gesellten und den Windschatten bis zur erlösenden Kurve ausnutzten ;).

Nach der Kurve ging es Bergauf und ich fuhr mit Daniela voraus. Wir gaben noch einmal Gas und versuchten auch die letzten Meter Richtung Ziel noch einmal richtig auszukosten.

Da auf unseren Geräten noch keine 80 km standen, fuhren wir sogar noch einmal eine Ehrenrunde :D.

80,6 Km mit 755 Höhenmetern – GPX zum Download

Ende im Gelände….

Nun machten wir noch Fotos, zogen uns um und aßen erst einmal eine Wurst mit Kartoffelsalat ☺. Wir warteten nun noch auf die anderen aus Bremen und machten uns dann am Schluss alle gemeinsam auf den Heimweg ☺

Es war ein schönes verlängertes Wochenende und ich bedanke mich bei allen die mit waren ;). Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht….

2 Gedanken zu „Harz Triathlon Trainingslager

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