Hamburg Wasser World Triathlon

Hamburg Triathlon Badekappe

Es war endlich soweit, nach 10 Wochen Training sollte es endlich zum Hamburg Triathlon gehen 🙂

Ich habe mich schon die ganze Woche so verrückt gemacht. Ich baute die Radstrecke nach, ging diese einmal per Google Street View durch und schaute immer wieder auf den Wetterbericht, der sich stets änderte. Ich glaube ich habe auch einige Leute damit wahnsinnig gemacht, weil ich nicht aufhören konnte darüber zu sprechen. 😀 Ich war sogar so nervös, dass ich davon träumte. Das war schon eine Erfahrung, weil ich sonst vor Wettkämpfen gar nicht so bin und eher diejenige bin, die immer ganz ruhig bleibt. Hier war das definitiv ganz ganz anders…

Aber von Anfang an…..

Der Tag Davor

Am Samstagmorgen war ich wahnsinnig nervös. Ich kontrollierte etwa 10 mal meine Sachen und zählte immer wieder auf, was ich wann brauche….. Als ich alles in mein kleines Auto verfrachtet hatte ging es endlich los Richtung Hamburg.

Dort angekommen, packte ich nur schnell meine Sachen ins Zimmer und bekam noch ein Riesen Paket von der Fit For Fun…. Ein ganzer Karton mit PowerBar Sachen… Das war schon mal cool, so konnte es weiter gehen 😉

Danach machte ich mich auf den Weg zum Veranstaltungsgelänge, hier holte ich erst einmal meine Startunterlagen, den Beutel und das Finisher Shirt ab…. Dann traf ich mich mit einem Freund, mit dem ich den ganzen Tag dort verbracht habe (das war wirklich sehr schön 🙂 ) Meine Aufregung war auf einmal wie verflogen (lag wohl an der Ablenkung).

Dann traf ich endlich Niko und Vanessa und die Leute von der Fit For Fun. Wir quatschten und machten ein paar Fotos. Zu meiner Überraschung gab es weitere Sachen von CEP. Ein Wingtech Shirt mit dem Logo From Zero to Hero – das ist ein sehr cooles Erinnerungsstück – plus Socken und Sleeves…..

Jetzt konnte ich mir noch in Ruhe die Profis ansehen – im strömenden Regen (ich hoffte so dass es am nächsten Tag nicht regnen würde). Nach dem Rennen ging es dann zurück ins Hotel. Dort wollten wir noch etwas essen aber meine Aufregung setzte ab diesem Moment wieder ein. Ich hatte kaum noch Hunger und überlegte was ich noch tun muss…. Sachen in den Starterbeutel, Nummern befestigen….

Als es endlich ins Bett ging, war an Schlaf nicht zu denken …

Vor dem Wettkampf

Mit sehr wenig Schlaf klingelte um 5:30 der Wecker, schnell fertigmachen und schon ging es Richtung Jungfernstieg. Mein Start war zwar erst um 9:32 Uhr aber meine beiden Mitstreiter waren schon um 7:30 dran. Um 7:00 Uhr trafen wir uns noch einmal für die Fit for Fun und auch der Fotograf war vor Ort… Er machte noch ein paar Bilder und folgte dann mit Niko zum Start. Ich ging mit meinem Freund noch etwas zuschauen, bis ich endlich in die Wechselzone durfte.

Ich richtete mich ein, ging im Kopf noch einmal alles durch, was wann gemacht werden muss und legte mir alles zurecht.

Dann war meine Aufregung kaum noch zu halten, ich war nervös, hibbelig, hatte Angst und alles auf einmal. Wir hatten noch so viel Zeit, dass wir erst einmal in ein Caffee gingen. Meine Familie kam dann auch dazu und selbst meine Schwester war auch ganz schön nervös 😀 fand ich echt niedlich. Ich wusste nichts mit mir anzufangen und mir kamen sogar zwischendurch die Tränen (was echt untypisch für mich ist). Ich war einfach nur sowas von nervös. Ich musste noch etwas Essen, als ich aber die Brötchen aus dem Rucksack nahm, war mir einfach nur schlecht (Ich habe genau ein halbes Brötchen geschafft).

Es ging ein letztes Mal auf Toilette und dann in den Neo. Mein Freund half mir noch beim Anziehen und alle versuchten mir irgendwie zu helfen 😀 Ich fühlte mich echt super Elend in diesem Moment. Aber da stand ich nun kurz vor meinem Start… Ich nahm noch ein Gel, drückte noch einmal alle und ging dann in den Aufwärm-Bereich.

Schwimmen

Hinter dem „Einlass“ gab es von einer höchst Motivierten Dame noch eine kleine Aufwärmung. Ich war noch gar nicht bei der Sache und musste meine Gedanken erst einmal ordnen.

Wir gingen alle nach unten zum Startbereich, ich hörte von oben meinen Namen und schaute hoch, dort standen meine Familie und mein Kumpel, schrien und hielten Schilder hoch… Ich war total begeistert, damit hätte ich nicht gerechnet.

Ich stieg über die Leiter ins Wasser, die Temperatur sollte 19 Grad betragen (wo die das gemessen haben frag ich mich 😉 )

Jetzt war die Aufregung wie weggeblasen, ich schwamm ein Paar Züge, um mich an das Wasser und die Temperatur zu gewöhnen….  Der Moderator fragte ob wir bereit wären, alle schrien JAAAAA!!!!

Und dann ging der Countdown los. Als der Startschuss fiel, versuchte ich mir Platz zu verschaffen, was so gut wie unmöglich war. Es waren so viele Leute um mich herum, dass ich nirgends durchkam. Das Wasser hatte eine Sichtweite von ca. einem cm. Somit konnte man noch nicht mal die Füße von seinem Vordermann erkennen …..

Ich schwamm immer abwechselnd Brust und Kraul…. Und schluckte auf den ersten 500 m so viel Wasser, dass ich zwischendurch nur noch am keuchen war…. Ich wollte erst nicht mehr…. Dann besiegte ich aber meinen Kopf 😉 und schwamm weiter… Nach dem ersten Blick auf die Uhr war ich ganz schön langsam. Ich versuchte schneller zu schwimmen und das gelang mir auch ganz gut ….. Ich trat gefühlt 100 Leute und wurde an die 1000 Mal getreten und gehauen… Es gab sogar Leute die sich dafür entschuldigten…. 😀

Die Brücken und der Tunnel waren recht gruselig. Im Wasser war alles schwarz, als ob man die Augen zu hätte. Mein Kopf fand das überhaupt nicht lustig und mir wurde prompt schwindelig – ich schwamm dann die Passagen Brust ….

Endlich sah ich den Ausstieg und wollte nur noch schnell aus dem Wasser.

Wechsel 1

Vor diesem Wechsel hatte ich am meisten Angst. Ich war aber schon so Happy wegen meiner Schwimmzeit, dass ich gar nicht drüber nachdachte, dass mir etwas wehtun könnte . 😉

Da standen auch schon meine Eltern und meine Schwester und jubelten mir zu. Das war schon richtig cool. Auch alle anderen an der Strecke schrien solche Sachen wie: „weiter so“ oder „hast du toll gemacht und jetzt weiter“ … Der Neo ging ohne Probleme aus.

Als ich um die Kurve gerannt bin stand mein Kumpel da, der mir zurieft: „Uschi gib Gas“ 😀 (Der Name Uschi wurde von mir mit dem bösen Finger kommentiert…).

Ich lief zu meinem Fahrrad und er an der Seite mit…. Ich zog schnell den Neo komplett aus, zog die Socken, das Startnummernband, die Sonnenbrille und den Helm an und „rannte“ zur Straße….

Auf dem weg habe ich fast 2 Leute umgerannt (sorry dafür) und bin selber fast kurz vor dem Start geflogen…. Ging aber noch alles gut.

Rad

Ich stieg etwas wackelig aufs Fahrrad und musste erst einmal ein paar Meter fahren. Als ich die Schuhe auf dem Rad angezogen hatte, bemerkte ich, dass die Gummies mit denen meine Schuhe befestigt waren, nicht gerissen sind. Hmmm und nun? Es nervte ganz schön, dann riss plötzlich das Rechte. Das Linke war etwas hartnäckiger. Ich hab dann nach 3 Km die grandiose Idee gehabt meinen Fuß mal zu bewegen 😀 –  dann war auch das Problem gelöst…..

Die Radstrecke war sehr cool. Es war zwar echt voll aber genau das machte das ganze ja noch interessanter… Ich überholte ein paar Leute und wurde wiederum überholt. Manchmal schaute ich auf meine Uhr und dort stand 36 km/h. Der der mich gerade überholt hatte ist so schnell an mir vorbeigeschossen – Wahnsinn….. An der Reeperbahn war viel los und alle schauten fasziniert den Triathleten zu….

Ich hatte so viel zu schauen und war richtig begeistert, dass das Radfahren ging wie geschnitten Brot…. Auch die Steigungen waren kein Problem (da hatte ich mir echt Sorgen gemacht).

Nach der Wende ging es genauso fantastisch weiter…. Wieder an der Wechselzone angekommen rief mein Freund mir zu, dass ich eine super Zeit habe…. Ich hatte keine Ahnung da ich aus psychologischen Gründen nicht so oft auf meine Uhr schaue 😉

Die nächsten 10 Km waren dann aber leider nicht mehr so toll… Der Wind wurde stärker und meine Beine anscheinend schwächer…  Ich nahm noch ein Gel und versuchte einfach nur zu treten… An der Steigung überholte mich eine Frau … Die ich vorher irgendwo überholt hatte, dass motivierte mich wieder und ich versuchte so doll zu treten und zu ziehen wie es nur möglich war…. Berg ab hatte ich sie wieder…. Dieses Spiel hatten wir dann fast bis zum Ende 😀

Die letzte Steigung war hart aber ich wusste gleich ist es geschafft. Eine Mitstreiterin sagte auch nur noch zu mir…. Das Sie das ganz schön ätzend findet 😀 und die Männer sagten nur: „komm das schaffst du“ oder „zieh durch“…

Auf den letzten 2 Km wurden dann die Zuschauer wieder mehr und ich wusste, auch das ist gleich geschafft …. Ich freute mich so Wahninnig und sah zwar meine Familie nicht aber ich hörte sie schon…

Ich sah den Bereich an dem ich absteigen musste, schaute runter und dachte: „ NEIN!!!“ Die Schuhe waren noch nicht aus… In Windeseile zog ich diese aus… Es gelang mir im letzten Moment …

Wechsel 2

Ich lief so schnell es ging zu meinem Platz. Ich merkte schon, das Laufen wird hart – ich hatte wohl doch etwas zu stark getreten ….

An meinem Platz hörte ich meine 2 Freunde schon schreien….Ich zog schnell meine Schuhe an und war auch schon wieder los…..

Lauf

Laufen war noch nie meine Stärke und das merkte ich jetzt recht deutlich…. Ich versuchte zu laufen, doch meine Oberschenkel brannten wahnsinnig…. Ich rief meiner Familie noch zu, dass ich nicht mehr kann…. Die mich aber gleich wieder aufmunterten und sagten, dass ich es schaffe…

An der ersten Verpflegungsstelle gab es ein Wasser und ein kleines Stück Banane….. Ich lief und es kam mir wie eine Ewigkeit vor, meine Uhr sagte mir auch, dass ich zu langsam bin 😉 und ich versuchte noch einmal das Tempo anzuziehen aber das funktionierte nicht. Dann auf einmal ein stechender Schmerz im Knie….. So ein Mist…. Nicht jetzt …. Aber daran konnte ich nichts ändern…. Ich lief weiter. An der nächsten Verpflegungsstelle ging ich kurz und versuchte meine Beine lockerer zu bekommen.

Noch 7 Km …. Alle die an mir vorbei liefen versuchten mich aufzumuntern…. Auch die die schon auf dem Rückweg waren, riefen mir nette Dinge zu… Aber das half mir nicht wirklich…. Ich versuchte weiter zu laufen … Ich wollte wenigstens unter 1:10 bleiben alles andere war jetzt und mit dem Knie nicht möglich…

Jeder Km wurde von mir im Kopf so gefeiert und ich zählte runter, versuchte mich selber zu motivieren und den Schmerz zu ignorieren…. Ich wollte es einfach nur schaffen.

Zwei Km vor dem Ziel wurde es voller und ich musste einfach grinsen, egal wie viel Schmerzen ich hatte ich war glücklich… Komisch dieses Gefühl… Alle klatschten… die Cheerleader tanzten und mir wurde von einem netten Herren noch zugerufen, dass das alles noch sehr locker aussieht (so fühlte ich mich aber nicht).

Einen km vor dem Ziel fingen die Bögen an, hier standen Sprüche wie: „Ihr seid alle Helden“ oder „umkehren wäre jetzt auch doof“. Ich hörte schon den Moderator und die Musik…

Ich war in diesem Moment so gerührt und so froh, dass mir zum zweiten Mal an diesem Tag die Tränen kamen.  Dann kam das aller genialste…. Der Zieleinlauf…. Die Tribünen jubelten, alle an den Seiten jubelten…… Ich lief und hörte meinen Namen. Meine Schwester stand auf einer Laterne und schrie so laut 😀 Meine Eltern jubelten auch und sagten du hast es gleich geschafft….

20 m vor dem Ziel war noch ein Bogen aufgebaut an dem Wasser herunter rieselte, das war schon cool. Dann ging es endlich ins Ziel 🙂

 

Danach

Ich hatte es geschafft… Meine 2 Freunde waren die ersten die ich sah…  und der eine nahm mich in den Arm und sagte er sei ganz stolz auf mich.

Ich hätte ja schon wieder weinen können 😉 Dann sagte er ich hätte 3 Std und 14 min gebraucht.  Hammer 16 min unter meinem gesetzten Ziel und etwa 26 min schneller als meine Erwartung.

Ich war total geflasht, nahm erst einmal meine Medaille entgegen und sah dann auch meine Familie…. Ich wurde erst einmal geknuddelt und war noch etwas überfordert mit der Situation.

Ich zitterte, ich brauchte etwas zu essen… Mein Kumpel gab mir dann ein Regenerations-Gel ….Das war schon mal super ….

Niko und Vanessa standen jetzt auch dort und wir tauschten uns noch kurz aus und beglückwünschten uns gegenseitig. 😀

10 Wochen Training und wir haben es alle drei geschafft … Ein Wahnsinns-Gefühl…

Danke an meine Familie und Freunde, die mich so sehr angefeuert und mir die tollen Schilder gebastelt haben 🙂 Und danke an die ganzen Bilder und Videos… Und das ihr mich alle die 10 Wochen ausgehalten habt 😀

Danke an die FIT FOR FUN für den Startplatz und natürlich an HANNES HAWAII TOURS für den Trainingsplan. Es war ein unvergessliches Erlebnis.

 

9 Gedanken zu „Hamburg Wasser World Triathlon

    • trilifelove sagt:

      Danke dir 🙂 … Jetzt habe ich noch 2 Sprintdistanzen beide hier im Umkreis, die Cyclassics und in 7 Wochen dann den Köln Triathlon wieder Olympisch (das war eigentlich mein Hauptziel dieses Jahr 😉

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